BERICHT vom ZÜCHTERSEMINAR der ZG 2013 in ALSFELD

Am vergangenen Wochenende, dem 2. und 3. November 2013, fand in Alsfeld das diesjährige Züchterseminar der Zuchtgemeinschaft für Eurasier statt. Diesmal lag dem Seminar ein anderes Konzept zu Grunde, als wir es von den entsprechenden Veranstaltungen in den vergangenen Jahren gewohnt waren. In diesem Jahr teilten sich mehrere Referenten die Vortragsarbeit und vermittelten die Thematik praxisbezogen. Uns, die wir schon an mehreren Züchterseminaren in den vergangenen Jahren teilgenommen hatten, gefiel diese Form der Darbietung des Seminarstoffes sehr gut, da sich eine Gruppenatmosphäre einstellte, in der wir uns gut eingebunden fühlten. Die Teilnehmer waren motiviert, sich mit Fragen oder Anregungen an den Vorträgen zu beteiligen, so dass ein effektiver Austausch mit den Referenten zustande kam.

Die Zuhörer des Seminars hatten bis auf ein Erstzüchterehepaar und ein Besitzerpaar eines zukünftigen Deckrüden schon des Öfteren Züchterseminare besucht und nutzten diese Veranstaltung zur Auffrischung bzw. Vertiefung bereits vorhandenen Wissens.Unter  ihnen befand sich auch der erste Vorsitzende der ZG, Herr Wolfgang Ley mit seiner Frau Maike Ley.

 

Die Seminarreferentinnen waren Frau Ulrike Stein, langjährige Züchterin in der Eurasierzuchtstätte vom Lachsbach und Frau Vroni Lieckfeld, Züchterin in der Eurasierzuchtstätte vom Lerchensporn. Beide sind Mitglieder des Zuchtausschusses. Als dritte Vortragende ist Frau Silke Bergener zu nennen, die in der ZG für die Welpentests zuständig ist und drei eigene Eurasierwürfe aufgezogen hat. Als vierte Referentin schloss sich Frau Maike Ley an, die Welpenvermittlerin der ZG und ebenfalls erfahrene Züchterin ist.

Die Hauptreferentinnen, Frau Ulrike Stein und Frau Vroni Lieckfeld, ergriffen wechselseitig das Wort. Frau Stein konnte vor dem Hintergrund Ihrer reichhaltigen, praktischen Zuchterfahrung die Zuchtthematik sehr anschaulich vermitteln. Sie hatte sogar ihr Welpentagebuch zur Ansicht mitgebracht, das sie während der Aufzucht ihrer zahlreichen Würfe verfasst hatte. Frau Lieckfeld konnte nach Aufzucht ihres ersten eigenen Wurfes auch etliche praktische Tipps geben und gestaltete ihren Vortrag ebenfalls sehr interessant. Zunächst einmal ging es um alles, was vom Züchter zum einen zu beachten und zum anderen zu dokumentieren ist, beginnend mit -Läufigkeit und Deckakt, über –Trächtigkeit und Geburt, –Welpenaufzuchtzeit, bis hin zur – Welpenabgabe. Dann begann das Kapitel WELPENAUFZUCHT. Es wird in zwei Abschnitte unterteilt.
Den Abschnitt I, der sich mit den gesundheitlichen Aspekten befasst (Haltung, Fütterung, Entwurmung), trugen ebenfalls die Referentinnen Frau Stein und Frau Lieckfeld vor.
Es folgte nun eine längere Pause, in der wir uns mit einem Mittagessen für die nächsten Stunden stärkten, und die Hunde endlich einmal zu ihrem Recht kamen, indem sie im Gelände hinter dem Hotel miteinander toben durften.

Am Nachmittag ging es mit der Referentin Frau Silke Bergener weiter. Sie trug uns Abschnitt II der WELPENAUFZUCHT vor, in dem es um die Welpenentwicklung und -erziehung geht. Frau Bergener machte, illustriert von vielen Fotos, deutlich, was in der Entwicklung der Welpen zu welchem Zeitpunkt vor sich geht, angefangen im Mutterleib bis hin zur Sozialisationsphase. Das Hauptgewicht ihres Referates lag auf der Bedeutung von Umwelteinflüssen auf die Welpen. Beeindruckend klar machte sie, wie wichtig es ist, sich auf die Welpen in der richtigen Weise einzustellen. Vor allem in der Sozialisationsphase solle man vermeiden, durch die falschen Umweltreize bleibende Schäden für das spätere Hundeleben zu verursachen.
Als Nächstes führte uns Frau Manuela Lotz - mit Frau Bergener für die Welpentests in der ZG zuständig - Ausschnitte aus einer sehr interessanten DVD vor, die der VDH über unsere Seminarthematik herausgebracht hat. Frau Lotz empfahl sie uns Allen zum ausführlichen Ansehen.
Damit war der offizielle Teil des ersten Seminartages abgeschlossen.
Die Teilnehmer bekamen jetzt noch die Möglichkeit, einen, von Frau Lieckfeld während der Aufzucht ihres eigenen Wurfes gedrehten, faszinierenden Welpenfilm anzusehen.

Am Abend gab es in gemütlicher Runde ein gemeinsames Essen, bei dem viel geklönt wurde…

Am Sonntag, dem zweiten Seminartag, ging es zunächst um die Formularien, die im Zusammenhang mit dem gesamten Zuchtvorhaben von Bedeutung sind. Im weiteren Verlauf des Sonntagvormittags ergriff die Welpenvermittlerin der ZG, Frau Maike Ley, das Wort und wies auf die Wichtigkeit des guten Zusammenwirkens zwischen Züchtern und Welpenvermittler hin. Außerdem sprach sie darüber, wie schwierig es heutzutage sei, einen ihr sympathisch erscheinenden Welpeninteressenten während der Wartezeit nicht wieder zu verlieren. Dabei bedürfe es viel psychologischen Geschicks ihrerseits.
Zum Ende des zweiten Seminartages ging Frau Lieckfeld noch auf den Wunsch ein, der aus der Teilnehmerrunde geäußert worden war, das Procedere bei der Wahl des/der geeigneten Deckrüden für eine bestimmte Zuchthündin zu erklären. An einem praktischen Beispiel machte Frau Lieckfeld deutlich, wie detailliert in der ZG bei dieser Auswahl vorgegangen wird, und wie die vielen Einzelaspekte dabei unterschiedlich gewichtet werden müssen. Als Grundlage für diese Deckrüdenermittlung stünde den Zuchtverantwortlichen der ZG eine sehr umfangreiche Datenbank zur Verfügung. Frau Lieckfeld gab zu verstehen, dass es ihr sehr wichtig sei, die Züchter kompetenter in Bezug auf die Deckrüdenauswahl durch die Zuchtleitung der ZG zu machen. In diesem Sinne würden auch wir es begrüßen, wenn bei zukünftigen Züchterseminaren konkrete Deckrüdenwünsche aus der Teilnehmerrunde auf ihre Umsetzbarkeit geprüft werden könnten.

Es gebührt allen Referentinnen des Seminars ein großer Dank für ihre Vortragsarbeit, aber auch für die Mühe, die sie sich mit der Vorbereitung der Veranstaltung und mit der Herstellung einer umfangreichen Begleitmappe gemacht haben, die jeder Seminarteilnehmer ausgehändigt bekam. Am Ende dieser Mappe ist eine Bücherliste mit für die Zucht relevanten Büchern abgedruckt,in der Frau Lieckfeld jedes Buch einzeln beschrieben hat. Diese Liste und eine reiche Auswahl an Fachbüchern, die im Seminarraum zur Ansicht auslagen, sollten den Züchtern die Möglichkeit vermitteln, sich weitergehend mit der Zuchtthematik zu befassen.
Wir sind der Meinung, dass die ZG mit dem neuen Konzept der Seminarführung, wie wir es an diesem Wochenende erlebt haben, sehr gut beraten ist. Wir sind überzeugt davon, dass die Referenten mit der erstellten Begleitmappe als Rüstzeug auch zukünftige Züchterseminare erfolgreich gestalten werden.