Eurasierspaziergang im Büsenbachtal

am 11. März 2018

Das Wunder vom Lachsbach am Büsenbach –

Erinnerungen an Ulrike Stein

                                         Janne vom Lachsbach

Unser diesjähriger Frühlings-Spaziergang im Büsenbachtal, der am Sonntag, dem 11. März 2018, stattfand, stand unter ganz besonderen Vorzeichen: Es waren erst knapp zwei Wochen vergangen, seit unsere Freundin, die leidenschaftliche Eurasierzüchterin der ZG, Ulrike Stein (Zuchtstätte vom Lachsbach), plötzlich im Kreise ihrer drei Hündinnen Bella, Blikki und Janne verstorben war. – Ulrike hatte sich seit dreißig Jahren nicht nur durch ihr Engagement für die Zucht, sondern auch im Rahmen der Vereinsarbeit in großartiger Weise um die ZG verdient gemacht. Und – sie war ein bekennender Fan unseres Büsenbachtal-Spaziergangs von der ersten Stunde an. Seit ich diesen alle zwei Monate stattfindenden ZG-Spaziergang vor fast fünfundzwanzig Jahren ins Leben gerufen hatte, ist Ulrike immer gerne dorthin gekommen, anfangs noch mit ihrem Mann Hajo und immer umringt von ihren meistens drei oder vier Eurasierhündinnen. Sie gehörte eben einfach zu diesem Spaziergang dazu, und wenn sie nicht persönlich dabei sein konnte, war sie es in Gedanken  – wir unterhielten uns zumindest jedesmal telefonisch über die Neuigkeiten vom jeweiligen Spaziergang. – Nun sollte also zum ersten Mal unsere Veranstaltung ohne Ulrike stattfinden.
Bei ihren Freunden und Weggefährten hatte sich nach ihrem Tode eine bemerkenswerte Hilfsbereitschaft in Bezug auf die Neuvermittlung ihrer drei zurückgebliebenen Hündinnen gezeigt – mit dem erfreulichen Ergebnis, dass nach einer Woche für jede von ihnen ein neues Zuhause gefunden worden war. Immer wieder hörte ich in diesen Tagen den Ausspruch, ihren Hunden ein gutes Weiterleben zu ermöglichen, sei das Wichtigste, was wir jetzt noch für Ulrike tun könnten!
Als mein Mann und ich mit unseren drei Hündinnen Aylana, Sanny und Bonny am Spaziergangs-Sonntag zum Treffpunkt am Büsenbachtal fuhren, begleitete uns ein beklemmendes Trauergefühl. Doch als wir dort angekommen waren, geschah das Wundersame: Wir sahen eine kleine Eurasierhündin inmitten der anderen schon angereisten Hunde ganz selbstbewusst und fröhlich herumspringen – es war die vier Monate alte Janne vom Lachsbach, die Ulrike aus ihrem letzten Wurf behalten hatte. Die Kleine ist eine Enkelin und ihre Mutter Blikki eine Tochter unserer Hündin Sanny, weshalb Jannes und Blikkis Wohlergehen für uns eine besondere Herzensangelegenheit ist. – Es war nun wie ein Wunder für uns, dass die kleine Janne nach dem schlimmen Verlust, den sie erlitten hatte, und nachdem sie erst eine Woche bei ihrer neuen Familie lebte, sich schon so selbstverständlich in der Eurasiergruppe bewegte. Bei ihrem Anblick, der pure Lebensfreude vermittelte, löste sich ein Teil unserer beklemmenden Gefühle auf. – "Ulrike, ich glaube, dass Du mitbekommen hast, wie Deine kleine Janne die positive Energie des Lachsbachrudels an diesem Sonntag ins Büsenbachtal getragen hat! Du warst auf diese Weise auch wieder irgendwie mit dabei. Ich hoffe, Du kannst, wo immer Du bist, jetzt Deinen Frieden finden!"

Unsere Wanderung stand also unter dem ganz besonderen Eindruck, den die kleine Janne auf uns machte: Bei diesem, ihrem ersten Eurasierspaziergang lief sie ohne Scheu und Kontaktschwierigkeiten mit. – In frühlingshaft milder Luft wanderten wir mit einer Gruppe von vierzehn Zweibeinern und ihren fünfzehn Eurasiern durch Wald und Heide. Es befanden sich unter den Fellnasen mehrere Verwandte von Janne, nämlich ihr Vater Angelo-Matti, ihre Oma Sanny und ihre beiden Tanten Billie-Bijou und Bonny. Aira, mit der Janne zukünftig ganz viel Zeit verbringen darf, war als ihre große Freundin mit dabei. Im Übrigen begleiteten uns etliche Büsenbachtal-Stammgäste, wie das "Winter-Rudel", bestehend aus dem dreizehnjährigen Aiko, Arni und BoBo, desweitern Beppo und Birka, Eskja und Fritzi und die beiden fast dreizehnjährigen Hündinnen Aika und Aylana. Fritzi versuchte mehrfach, ihren Vater BoBo aus der Reserve zu locken – mit eher geringem Erfolg. – Es gab für unsere Racker wieder viele Gelegenheiten zum Toben über die weiten Heideflächen. Und dann waren da wunderbar große Matschlöcher, die von einigen unserer Lieblinge natürlich nicht ausgelassen wurden – unsere Aylana sank so tief ein, dass sie schließlich sogar Hilfe von ihrem Herrchen in Anspruch nehmen musste, um wieder festen Boden unter die Füße zu bekommen.

Als wir eine Büsenbachbrücke überquerten, bot sich uns noch ein herzerfrischendes Schauspiel: Unsere Wasserratten begannen, mit großen Sprüngen durch den kleinen Wasserlauf zu jagen. Einige Fellnasen zogen es vor, nur vom Ufer zuzusehen. – Es freute uns, dass Janne nach anfangs zögerlichem Betreten des nassen Elements dann auch noch richtig auf Touren kam und kräftig bei dem munteren Treiben im Büsenbach mitmischte. Wir konnten danach unsere Wanderung mit wieder fast sauberen Hunden fortzetzen!

Nachdem wir den höchsten Aussichtspunkt der Gegend, den sogenannten Pferdekopf, erklommen und von dort den schönen Rundumblick in die Heidelandschaft genossen hatten, gingen wir – mit vielen positiven Eindrücken im Gepäck – zum Schafstall zurück. Dort saßen wir noch gemütlich bei Kaffee und Kuchen oder warmen Gerichten zusammen.

Auf dem Heimweg hatte ich immer noch das wundervolle Bild der lebensfrohen Janne vor Augen, und es gab mir Zuversicht...

In diesem Sinne freuen wir uns schon auf den Muttertags-Spaziergang, der am Sonntag, dem 13. Mai 2018, stattfinden wird und laden alle Interessenten herzlich dazu ein!